Sportschule Yuishinkan Ibbenbüren e.V.                Gildestraße 12
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Karate, so wie wir es heute betreiben, hat eine lange und ausgeprägte Geschichte.
Die genauen Ursprünge des Karate sind nicht genau bekannt, sicher ist, dass es in China entstanden ist, ungefähr im 6. Jahrhundert. Legenden erzählen immer wieder, dass ein indischer Mönch namens Bodhiarma die Mönche des Shaolin Kloster, in der chinesischen Provinz Honan, in Sportübungen unterrichtete. Aus diesen Sportübungen sollen sich im Laufe der Zeit viele Kampfkünste entwickelt haben wie z.B. Kung-Fu und das gesamte Spektrum des Wushu.
Jedoch wurde das heutige Karate hauptsächlich durch die Großmeister Okinawas geprägt.


Im 14. Jahrhundert war der Begriff Karate noch nicht bekannt, in China wurde diese Art von Kampfkünsten meist Kempo genannt, was soviel heißt wie chinesisches Boxen.
Bereits zu dieser Zeit unterhielt Okinawa ausgeprägte Handelsbeziehungen zu China, Indien und Korea, wodurch sich ein Handelszentrum in Okinawa, genauer in Naha bildetet. Dieses führte automatisch zu einem Austausch der Kulturen und somit der Kampfkünste. 
KarteJapan 

Mit der Zeit verband sich das chinesische Kempo mit dem japanischen Tede zu der Kampfkunst namens Tode, übersetzt heißt Tode ,, chinesische Faust''. Aus der Tode entstand das Okinawa - Te. Im Jahre 1416 einte König Sho Shin die sehr zerstrittenen Inseln der Ryukyu, zu denen auch Okinawa gehört. Um für einen dauerhaften Frieden zu sorgen wurde ein Verbot für das Führen von Waffen aufgestellt.  Durch dieses Verbot stieg die Beliebtheit des waffenlosen Kampfes. Auch durch die teilweise Unterdrückung der Bevölkerung durch die Regierung und durch Plünderungen von kriminellen Gruppen bekam die waffenlose Verteidigung  einen neuen Stellenwert. Die Situation verschärfte sich noch weiter als 1609 die Shimazu die Inselketten unter ihre Kontrolle brachten. Die Shimazu sind ein japanisches Adelsgeschlecht welches knapp 700 Jahre bestand und Okinawa als Außenstaat verwaltete. Das Verbot Waffen zu tragen wurde enorm verstärkt und bezog sich nun auch auf Küchengeräte und dergleichen; nur den Samurais und der Polizei war das Tragen von Waffen erlaubt. Durch das unzureichende Rechtsystem war es nun überlebenswichtig sich ohne Waffen verteidigen zu können.

Viele der japanischen Meister reisten somit nach China um sich das Kempo anzueignen und es dann in Japan zu verbreiten. Im Laufe der Jahre entstanden so verschieden Stile des Todes.  Im Jahre 1629 kamen die verschiedenen Begründer der Stile in Okinawa zu einer geheimen Konferenz zusammen, um Okinawa vor Japanischen Invasoren zu schützen. Zu diesem Zweck schufen sie das Okinawa-Te (s.o.), welches sich nur auf die nützlichsten Techniken der verschiedenen Stile bezieht. Gleichzeitig wurde beschlossen, dass das Okinawa-Te nur noch im Geheimen ausgeübt werden solle und nur an ,,auserwählte'' Personen gelehrt werden solle. Zu dieser Zeit verband sich auch das Kobudo mit dem Karate. Kobudo ist der Kampf mit bestimmten Alltagsgegenständen (Tonfa, Sai-Gablen, Kamas, Nunchaku, Tekko und Tecchu).

WappenShimazu Waffen
Aufgrund der hohen Effektivität des Okinawa-Te gegen die japanischen Besatzer wurde es ebenfalls verboten, wie auch bereits das Tragen jeglicher Waffen. Das Tragen von Waffen oder das Ausüben von Karate hatte die Todesstrafe zur Folge. Das Resultat war, dass viele der damaligen Meister starben und Karate nur noch ausschließlich in der Nacht geübt wurde. Der Kreis, der Leute die Karate betrieben, verkleinerte sich enorm. Aus dieser Zeit entstammen auch viele Kata - da die Menschen nicht schreiben konnten und es verboten war Karate weiter zu reichen, wurden die Techniken in eine Geheimsprache , die der Kata, übersetzt. Die Kata ähneln sehr vielen kulturellen Tänzen in Japan, wodurch die Techniken ,,getarnt'' wurden. Für Unwissende sehen die Kata bedeutungslos aus. Um diese geheime Sprache zu entschlüsseln gibt es die Kata Bunkai. Diese zerlegt die jeweilige Kata in einzelne Techniken.

1875 wurde Okinawa zu einer festen Präfektur von Japan und die Lage beruhigte sich. Karate durfte wieder in der Öffentlichkeit ausgeübt werden. Es hatten sich im Laufe der Zeit drei verschiedene Stile entwickelt das Shuri-Te, das Naha-Te und das Tomari-Te. Benannt sind diese Stile nach den Namen der Städte in denen sie entstanden sind.

Das Shuri-Te und das Tomari-Te wurde zusammengefasst im Shorin-Ryu (Ryu = Stil) und das Naha-Te wird als Shorei-Ryu bezeichnet, dies sind die zwei Urstile des Karate aus denen sich die vier Grundstile des Karate im 19 Jahrhundert entwickelten. Das Gürtelsystem wie es heute Anwendung findet wurde jedoch aus dem Judo 1930 übernommen, sowie auch die Bekleidung die beim Training getragen wird.

Das Shotokan Karate entwickelt von Funakoshi Gichin, entstammt aus dem Shorin-Ryu.
Dieser Stil zeichnet sich durch seine Vielzahl an Kata und durch seine breiten, tiefen Stände (Kiba-Dachi) aus.  Funakoshi Gichin (Bild) ist der berühmteste Reformator des Karate, ihm ist es zu verdanken das Karate heute einen so großen Stellenwert hat, er war der erste, der öffentliche Demonstrationen seiner Kampfkunst durchführte. 
Gichin
Funakoshi Gichin
Das Wado-Ryu Karate wurde 1939 von Hironori Otsuka, einem Schüler Funakoshis, entwickelt.
Es hat daher seine Ursprünge im Shorin-Ryu und im Shotokan Karate.
Das Wado-Ryu wird als Harmonie-Stil bezeichnet, da es sich durch seine geringe Körperspannung und seine schnellen Schnappbewegungen auszeichnet. Besonderen Wert wird auf Partnerformen in diesem Stil gelegt.
 
Otsuka
Hironori Otsuka
Das Shito-Ryu Karate wurde entwickelt von Kenwa Mabuni und hat seine Basis im Shorei-Ryu. Merkmale dieses eher unbekannten Stils (er wird fast ausschließlich in Japan betrieben) sind Schnelligkeit mit kurzer Grundhaltung und hoher Beweglichkeit. Es gibt in diesem Stil nur sehr wenige kraftvolle Stände.  Mabuni
Kenwa Mabuni
Der letzte große Stil ist das Goju-Ryu Karate, entwickelt von Chojun Miyagi basiert auf dem Shorei-Ryu. Dieser Stil wird als Hart (Go) Weich (Ju) beschrieben. Dies bezieht sich auf das Abwechseln von weichen Techniken und harten Techniken, von Spannung und Entspannung.
Im Goju-Ryu werden die chinesischen Wurzeln des Karate am deutlichsten sichtbar, vor allem durch die weichen Abwehrtechniken.
Die Drachenfaust und der Tatsu (der aufrecht stehende Drache) sind bis heute die Zeichen des Goju-Ryu Karate Do's.
 

MiyagiChojun Miyagi
 drachefaust  Drachen

Myagi starb im Jahre 1953, jedoch hinterließ er in Okinawa und auf den japanischen Hauptinseln mehrere bekannte Schüler wie Gogen Yamaguchi, seinem direkten Nachfolger. Yamaguchi bemüht sich dem Karate viele neue Aspekte hinzuzufügen, vor allem im Bereich des Zen. Ein weiterer Schüler Myagis war Tomoharu Kisaki, er gründete 1954 das Yushinkan Dojo in Osaka.

gogen
Gogen Yamaguchi
Kisaki
Tomoharu Kisaki

In Deutschland wurde das Goju-Ryu Karate hauptsächlich durch Hanshi Fritz Nöpel verbreitet.
Fritz Nöpel wurde am 03.11.1935 Breslau geboren.
Nach seinem Schulbesuch beschloss er mit dem Fahrrad zu den Olympischen Spielen nach Melbourne zu fahren, jedoch sollte er dort nie ankommen. Während seiner Reise beschloss er mit dem Fahrrad eine Weltreise zu machen. Während dieser Reise kam er mit verschiedenen Kampfkünsten in China, Hongkong, Taiwan und Japan in Kontakt.

In Japan fing er mit Judo und Karate an. Im Dojo von Kisaki lernte er das Goju-Ryu Karate kennen. Er gründete in Japan eine Familie mit einer japanischen Frau, wodurch er einen besonderen Einblick in die Kultur und die verschieden Kampfkünste bekam. 1967 kehrte er nach Deutschland zurück als Träger der 4.Dans.

Er ließ sich in Kamen, in der Nähe von Dortmund nieder und gründete sein eigenes Dojo. Fritz Nöpel ist der Pionier des Goju-Ryu Karate in Deutschland.
Im September 2007 wurde ihm der 9. Dan verliehen und somit in den Rang eines Hanshis erhoben. Er ist der höchste graduierte Danträger in Deutschland. 
Noepel Fritz Nöpel

Die oben genannten Karatemeister sind die Hauptreformatoren des Karate, sie alle sind maßgeblich an der Entwicklung des Karate, wie wir es heute betreiben, beteiligt. Sie alle haben das Karate gehütet, verbreitet, gelehrt, verändert und weiterentwickelt.

Aus der Geschichte des Karate zeigt sich, das Karate eine Sportart ist, die unter vielen verschiedenen Einflüssen entstanden ist und einem ständigen Wandel unterliegt, welcher niemals aufhören wird.
Dies merkt man vor allem an dem rasanten Anwuchs von weiteren Stilen die mit ihren spezifischen Aspekten unterschiedlicher nicht sein könnten; zu erwähnen ist hier vor allem der Kyokushinkai Stil, der erst 1956 entstanden ist.
Aus dem Tao entstand Eins.
Aus Eins entstand Zwei
Aus zwei entstand Drei
Aus Drei entstanden die zehntausend Dinge
Die zehntausend Dinge tragen in sich Yin
und umfangen Yang. Sie erlangen Einklang,
wenn sie diese Kräfte miteinander
verbinden.
Tao-Te-Ching (Lao-Tse)

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